Banner

Schläge im Namen des Herrn
Das verdrängte Schicksal der Heimkinder
in der Bundesrepublik

Buchcover

ISBN 342105892X
ca.240 Seiten mit Abbildungen

Das Buch bestellen...

Jetzt auch als Taschenbuch!

Erste Reaktionen auf das Buch im Februar 2006
- evangelische Trägerverbände
- ev.Akademie Bad Boll
- Bischof Huber
- Diakonie Bayern
- Dierk Schäfer, ev. Akademie Bad Boll
- offener Brief an Gohde
- Wittekindshof
- Bethanien-Schwestern
- Deutschlandradio Kultur
- Sendung vom 15.2.2006

-Ordenskorrespondenz

Aktuelle Artikel von Peter Wensierski im SPIEGEL hier...

Kontakt zu
Peter Wensierski hier...

Informationen zur Petition jetzt hier...
Am 11. Dezember 2006
hat eine Anhörung ehemaliger Heimkinder
vor dem Petitionsausschuss des Bundestages
erfolgreich stattgefunden.

  Redebeiträge, die vor dem Ausschuss vorgetragen wurden, finden Sie jetzt hier....

anhörungTagesspiegel, 19.12. 2006
Heimkinder - Helft jetzt!

Der Befund lautet: In kirchlichen und staatlichen Heimen ist es damals zu fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen an Kindern gekommen. Es ist eine Frage des Anstands, wenn Bundestag und Bundesregierung Wiedergutmachung in Form von Rentenanerkennung und Therapiehilfen leisten. Es ist eine Frage der Selbstachtung der demokratischen Gesellschaft, die alte Erziehungspraxis als Menschenrechtsverletzung zu ächten. Sie, die selbst keinen Anwalt hatten, sind mit dieser Forderung die Anwälte der Kinder, Jugendlichen und Alten von heute.”

 

Bundespressekonferenz 11.12.2006, Auszug hier....

 SPIEGEL-Online, 28.12.2006
"Kein Tag, an dem ich nicht mit Angst ins Bett ging und mit Angst aufstand"

Junge Welt, 4. Januar 2007
Diagnose: Verwahrlost - Verbrechen an Kindern in kirchlichen und staatlichen »Erziehungsanstalten« der BRD werden aufgearbeitet. Opferverband geht von rund 500000 Leidtragenden aus

Petition der Opfer - Entschädigung gefordert

Dokumentiert: Ehemalige Heimkinder im Petitionsausschuss des Bundestages

Interview auf Inforadio Berlin, 11.12.2006
Ein unrühmliches Kapitel deutscher Sozialgeschichte”  Anhören hier...

Bericht des Tagesspiegel vom 13.12.2006 hier

HZ-online, 13.12.2006

Die Zeit des Schweigens ist vorbei!
Nicht nur als Arbeitskräfte missbraucht - Hoffnung auf Anerkennen der Spätfolgen

Hamburger Abendblatt, 13.12.2006 Heimkinder wollen als Opfer gelten

Aachener Nachrichten, 13.12.2006
“Unsere Beschwerden wurden durch Prügel erledigt”
Petitionsausschuss des Bundestages beschäftigt sich mit dem Schicksal von Kindern aus kirchlichen und staatlichen Erziehungsheimen

Bietigheimer Zeitung, 12.11.2006: Die Zeit des Schweigens ist vorbei

epd-Sozial, 15.12.2006 : “Beschwerden wurden mit Prügel erledigt”.

RBB-Magazin “Stilbruch” TV-Sendung, 14.12.2006
 

Hier finden Sie Zeitungsartikel, Radio- und TV-Sendungen über das Buch
“Schläge im Namen des Herrn” aus dem Jahr 2006

 

Ordenskorrespondenz - Zeitschrift für Fragen des Ordenslebens, Heft 2 , 2006
Organ der deutschen Ordensoberen-Vereinigungen

“Nur mit großer Betroffenheit kann man Peter Wensierskis aufrüttelndes Buch lesen. Er behandelt eine Etappe bundesrepublikanischer Jugendfürsorge und Heimerziehung, die in den Seelen vieler Betroffener tiefe und unauslöschliche Spuren hinterlassen hat....”
Vollständiger Text jetzt hier...

Der Tagesspiegel, 13. Dezember 2006
Das Trauma vom frühen Leid im Heim

Der Petitionsausschuss hört Geschichten eines lange verdrängten Unrechts. Zu Beginn dieses Jahres hat das Buch „Schläge im Namen des Herrn“ des Journalisten Peter Wensierski auf das Schicksal dieser Kinder aufmerksam gemacht. Der Verein der ehemaligen Heimkinder formierte sich und richtete eine Petition an den Bundestag. Sie fordert die Anerkennung der erlittenen Menschenrechtsverletzungen, die Ächtung der damaligen Erziehungspraxis, Wiedergutmachung in Form von Rentenanerkennungszeiten und Finanzierung von Therapien.

Die Erfüllung der Petitionsforderungen sei nun „der zweite und dritte Schritt“, sagt Rosenkötter nach der Anhörung. Er habe nicht mit so viel „Empathie und Verständnis“ gerechnet; die Obleute aller Fraktionen wollten dafür Sorge tragen, dass weitere Schritte eingeleitet werden. An der Anhörung haben auch Vertreter der Ministerien für Justiz, Inneres, Familie und Gesundheit teilgenommen.
 

Neue Ruhr Zeitung NRZ, 12. Dezember 2006
Bloß nicht aus der Reihe tanzen

Das Schweigen ist gebrochen. "Es ist wie ein Befreiungschlag. Endlich wird über unser Schicksal gesprochen", sagt Roswitha Weber. Vier Jahrzehnte verdrängte die 61-Jährige die Erlebnisse ihrer Jugend, die Erinnerungen an ihre Kindheit im Heim. Bis sie einen Fernsehbericht über den "Verein ehemaliger Heimkinder" sah. "Ich fasste meinen Mut zusammen, rief dort an und brachte kaum ein Wort raus. Ich musste nur heulen", sagt die Leverkusenerin. Doch dann fing sie an zu reden: "Das tat gut. Ich hatte alles so lange in mir verborgen."
Ein typisches Verhalten, weiß Michael-Peter Schiltsky, Vereinsvorsitzender. "Viele Betroffene haben nie in ihrem persönlichen Umfeld, nie mit ihren Freunden und Partnern über ihre Erlebnisse gesprochen." Aus Angst, dass sie Abstand nehmen könnten. Aus Scham, Fragen wie, "Heimkind? Was haste denn angestellt?", beantworten zu müssen. Und wenn Schiltsky von Betroffenen spricht, dann meint er Tausende, "die in den 50er und 60er Jahren zwangsweise in ein Heim eingewiesen worden sind. Meist uneheliche Kinder oder Kinder von Alleinerziehenden, die unter der staatlichen Vormundschaft standen".
Unterstützt wird der Verein mittlerweile von Staranwalt Michael Witti, der sich durch seinen Einsatz für die NS-Zwangsarbeiter einen Namen machte und die Einrichtung eines Entschädigungsfonds erreichte. In einer Petition an den Bundestag fordert der Verein, dass die Betroffenen als Opfer von Menschenrechtsverletzungen anerkannt und ihre oft über Jahre geleisteten unbezahlten Arbeitseinsätze auf die Rentenansprüche angerechnet werden. Am Montag ist das Thema endlich in Berlin - eine Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Bundestages angesetzt. Ein erster Schritt, in den auch Roswitha Weber einige Hoffnungen setzt.

 

ZDF, 25. November 2006
Bella Block: Mord unterm Kreuz

Pastor Justus Bauernfeind wird von seiner Haushälterin unter merkwürdigen Umständen tot aufgefunden. Mit ihrem Assistenten Martensen recherchiert Bella im Umfeld des christlichen Johannes-Internats in Hamburg, welches Bauernfeind früher geleitet hat und dem er als Seelsorger und Religionslehrer treu geblieben war. Sie stösst auf unglaubliche Geschichten Über die Erziehungsmethoden christlicher Institutionen in den Sechzigern und Siebzigern. Auch Bauernfeind war maßgeblich an körperlichen und seelischen Misshandlungen seiner damaligen Schützlinge beteiligt. Es gibt mehrere Verdächtige: die Haushälterin, die Bella angelogen und alle Beweismaterialien zerstört hatte, und Andreas Zeil, den 50-jährigen Vorsitzenden einer Selbsthilfegruppe misshandelter Heimkinder. Er, der jahrelang unter Bauernfeinds Erziehungsmethoden leiden musste, ist heute ein psychisches Wrack. Und dann ist da noch Peter Schulte - auch er wurde von Bauernfeind aufs Schwerste misshandelt, was er jedoch als unbedeutend abtut. Die versierten Krimi-Autoren Eva und Volker A. Zahn setzen mit diesem Stoff die erfolgreiche Krimi-Reihe auf hohem Niveau fort. Der Kino-Regisseur Hans Steinbichler inszeniert mit einem hochkarätigen Ensemble.

Spiegel -Online-Rezension zu Bella Block und die Heimkinder
Der Stoff hat einen realen Hintergrund: In den frühen Jahren der Bundesrepublik und bis in die Siebziger hinein war die große Mehrheit der Erziehungsheime in Deutschland in konfessioneller Hand. Um als "verwahrlost" oder "gefallen" zu gelten und in eine solche Institution zu geraten, reichte es in jenen Jahren oft, Kind einer allein erziehenden Mutter zu sein. Ohrfeigen waren dort nicht selten noch eine milde Form der Bestrafung. Die "schwarze Pädagogik" der unbarmherzigen Brüder und Schwestern sah auch schon mal vor, dass Kinder ihr Erbrochenes aufessen, auf scharfen Kanten knien oder harte Arbeit verrichten mussten. In seinem Anfang dieses Jahres erschienenen Buch "Schläge im Namen des Herrn" berichtete SPIEGEL-Redakteur Peter Wensierski über diese "verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik". Mehr hier....


WDR Fernsehen, 8. November 2006

Der Mann ohne Erinnerung”
Ein Film von Petra Dorrmann und André Schäfer

Er erwacht auf einer Parkbank in Hamburg und weiß nicht mehr, wer er ist und wo er ist. Stundenlang irrt er verzweifelt durch die Stadt, weder Papiere noch andere Dinge, die ihn identifizieren könnten, trägt er bei sich. Er hat fast alles verloren, was Menschen haben können: sein Gedächtnis, die Erinnerung an sein Leben, sein Vertrauen in die Menschen um ihn herum. Nur langsam und bruchstückhaft kommen einzelne Erinnerungen wieder - die schlimmsten zuerst: Missbrauch, Prügel, Hunger. Davon scheint seine Kindheit und Jugend geprägt. So entfaltet sich die Lebensgeschichte eines Heim- und Pflegekindes, das vom ersten Tag an erfahren hat, dass es unerwünscht, gar “vom Bösen” sei. So haben es die katholischen Nonnen gesehen,, denen das uneheliche Baby anvertraut wurde. Schließlich landet der hochmusikalische Jugendliche in einem Heim für Schwererziehbare. Die Erinnerung an die nächtlichen Besuche der Patres und an die Zellenaufenthalte, die Jonathan beim Besuch des Heimes kommen, belasten ihn schwer.
 

WDR-Fernsehen, 29. Oktober 2006
“Ich bin ein Heimkind”

Zwei Tage nach seiner Geburt verließ ihn seine Mutter. Von diesem Tag an lebte Johann Lambert in Heimen. Seine Erinnerungen sind von Demütigungen geprägt. Das Schlimmste - so erinnert er sich - war die Trennung von seinem Bruder. Sie wurde zum nicht bewältigten Trauma. Nach 40 Jahren entschließt sich das ehemalige Heimkind, das Kinderheim von einst aufzusuchen. Es ist das Haus, in dem er mit seinem Bruder lebte und vor dessen Gelände sich sein Bruder vor elf Jahren das Leben nahm. Johann Lambert hofft auf ein Gespräch mit seinen früheren Erziehern, er will sich seine Verletzungen von der Seele reden. Martin Blachmann begleitet das ehemalige Heimkind auf seiner bewegenden Reise in die Vergangenheit.

Deutsche Welle Fernsehen, 23.Oktober 2006
Politik Direkt: Heimkinder kämpfen um Anerkennung des an ihnen begangenen Unrechts
Dargestellt wird u.a. der Fall von Dieter Krone, der in Brauweiler bei Köln im Heim war.
NEU: Der Beitrag ist jetzt hier ansehbar....

Der Tagesspiegel, 15. Oktober 2006
“Ungeheuer behütet”
Zur Arbeit gezwungen, scharf bewacht und bestraft, so ging es vielen Heimkindern der Nachkriegszeit. Nun könnte es eine Anhörung im Bundestag geben – zwei Männer erinnern sich an eine Jugend, die keine war
Von Deike Diening

Als im Februar 2006 das Buch „Schläge im Namen des Herrn“, geschrieben vom Autor Peter Wensierski, erschien, kehrte für Hunderte Menschen in der Bundesrepublik eine Erinnerung zurück an die Kinder- und Jugendheime der 50er und 60er Jahre. Ehemalige Heimkinder erinnerten sich plötzlich wieder, wie sie, oft aus dürftigen Gründen, in Heime eingewiesen wurden. Es waren böse Erinnerungen. Sie bewiesen, dass Kindesmisshandlung nicht erst ein Thema des 21. Jahrhunderts ist, und beim Lesen des Buches kam einigen zum ersten Mal die Idee, dass sie vielleicht gar nicht selbst die Schuld trugen an den Verformungen ihres Lebens. Dass es vielleicht doch keinen Grund gab, sich ein Leben lang zu schämen.
Seitdem finden die Heimkinder ihre Sprache wieder. 3000 Heime hat es gegeben, gut 80 Prozent davon waren konfessionell, über eine halbe Million Kinder waren dort. Natürlich sind nicht alle Opfer, die genauen Zahlen kennt keiner, doch immer mehr melden sich beim 2004 gegründeten „Verein ehemaliger Heimkinder“ mit ungeheuren Geschichten.
In der kommenden Woche soll der Petitionsausschuss entscheiden, ob es eine Anhörung im Bundestag zu diesem Thema geben wird. Wenn alles gut geht, findet die bis Ende November statt. Dann kann sich auch die Politik ein Bild davon machen, was in Nachkriegsdeutschland in den Jugendheimen geschah: Menschenrechtsverletzungen, Freiheitsentzug, Ausbeutung. Schließlich war der Staat in Gestalt der Jugendbeauftragten, der beschlussfreudigen Ämter und fehlenden Kontrollen auch beteiligt. Ist das Thema einmal auf der politischen Ebene, könnte es um Rentenansprüche und Entschädigungen gehen. „Sie müssen es sich schon allein deshalb anhören, damit so was nie wieder passieren kann“, findet Rosenkötter. Denn rufen nicht längst wieder mehr Politiker, Erzieher, Eltern nach „Disziplin“ und „Ordnung“?

NDR-Info: Radiosendung “LEBENSWELTEN” am 8.Oktober 2006
“Verwaist, verlaust, misshandelt- Über das Schicksal kirchlicher Heimkinder nach dem Krieg
Almut Engelien im Gespräch mit Peter Wensierski
Diese Sendung mit Windows Mediaplayer hier 24 Minuten anhören oder herunterladen (16,6 MB wma) ....hier klicken

Caritas stellt sich Diskussion um Misshandlungen in Kinderheimen
Körperlich und seelisch Gewalt angetan. Heimalltag heute völlig verschieden - aber bedenkliche Tendenz zu Rückschritten

Münster: Eine Ahnung über Missstände in Erziehungs- und Waisenheimen muss es in den 50er und 60er Jahren gegeben haben. “Wenn du nicht artig bist, kommst du ins Heim”, war ein Standardspruch in der Erziehung damals. Und keine leere Drohung, wie Michael-Peter Schiltsky aus eigener Betroffenheit am Montagabend in Münster durch die Schilderung eines typischen Tagesablaufes drastisch aufzeigte. In der Veranstaltungsreihe ”Caritas am Ring” stellte sich die Caritas in der Diözese Münster der Diskussion um die Zustände in den Einrichtungen damals. Für Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann soll dies ein Beitrag sein, ein unseliges Kapitel der Heimerziehung aufzuarbeiten. Besonders wichtig sei dabei, Lehren für die Arbeit heute abzuleiten. Es beschämt uns und wird von uns bedauert, dass Heimkinder auch in Einrichtungen der Caritas und auch in der Diözese Münster Leid erfahren haben”, erklärte Kessmann eingangs. Er plädierte für einen offenen Dialog, um der Komplexität des Themas gerecht zu werden. Als Konsequenz müsse das Handeln heute ständig kritisch in Frage gestellt werden und die Rechte der Kinder in den Vordergrund gestellt werden. Im Sinne des Jahresthemas 2007 der Caritas gelte es, sich “stark zu machen für starke Kinder”.
Vollständiger Redetext von Michael-Peter Schiltsky auf der Caritas-Veranstaltung hier...

Bericht über die Caritas-Veranstaltung von der katholischen Nachrichtenagentur KNA auf den offiziellen online-Seiten des Bistum Münster hier öffnen....

Die Glocke, Warendorfer Tageblatt, 3.Oktober 2006
Als Nachkriegs-Heimkind von Nonnen traumatisiert - “Schläge im Namen des Herrn” eingesteckt

Es war ein Artikel im “Spiegel”, der ihr gesamtes Leben verändert hat. Im Mai 2003 klingelte bei Regina Eppert das Telefon. Mehr lesen? Dann hier als pdf herunterladen...

lwv-info, Zeitschrift des Landeswohlfahrtsverbandes 2-2006
Aus der Geschichte lernen - großes Interesse bei Tagung zur Heimerziehung

Beflügelt durch die Publikation des Spiegel-Redakteurs Peter Wensierski findet seit Monaten eine breite Debatte über die Heimerziehung in den Nachkriegsjahrzehnten statt, die durch autoritäre und repressive Formen geprägt war. Am 5. April 2006 habe sich die Verbandsversammlung des LWV durch eine einstimmig angenommene Resolution bei den Heimkindern für die erlittenen Verletzungen und Demütigungen entschuldigt, leitete LWV-Landesdirektor Brückmann die Veranstaltung ein. Mehr hier im Wortlaut...

SWR2-Radio, 26. September 2006 SWR2-Radio in der Sendung “Eckpunkt”:
“Ich hab nur Angst gehabt”- Erziehung im christlichen Fürsorgeheim - von Otto Langels

1962 wurde der damals 16-jährige Wolfgang Rosenkötter von seinem Vater in ein Heim der Bethelschen Anstalten abgeschoben. Zwei Jahre lang lebte der Junge dort in Angst vor prügelnden Diakonen, gewalttätigen Jugendlichen, unbarmherzigen Hausvätern. Ein Schicksal, das viele der rund eine Million Heimkinder in den 50er und 60er Jahren teilen. Manche leiden bis heute unter den Folgen körperlicher und seelischer Misshandlungen. Jahrzehntelang verdrängte Wolfgang Rosenkötter die Zeit im Heim. Nicht einmal seine Familie wusste davon. Jetzt beginnt er, sich mit den dunklen Jahren seiner Jugend auseinander zu setzen.
Manuskript dieser Radiosendung hier als rtf-word-Datei runterladen...

Lesung mit Josef Doll im KulturLaden, München, 15. September 2006,
Schläge im Namen des Herrn

Josef Doll, Jahrgang 1952, lebt in München. Den Großteil seiner Kindheit verbrachte er im Katholischen Kinderheim in Kallmünz, nahe Regensburg. Wie viele andere Kinder und Jugendliche erlebte er die Zeit des "Wirtschaftswunders", mit dem die 50er und 60er Jahre in der BRD gerne gekennzeichnet werden, einzig als verlorene Kindheit, als eine Zeit, in der ihm elementare Menschenrechte wie das auf "Würde" konsequent verweigert wurden. Josef Doll hat aus der Broschüre "Zwischen Verrücktwerden und Anpassen", die er als Eigendruck im Selbstverlag herausgegeben hat, sowie ihn selbst betreffende Stellen aus Wensierskis Buch und ein Interview aus J. Zehentbauer: "Chemie für die Seele" vorlesen.

Ossietzky - Zweiwochenschrift für Kultur / Politik / Wirtschaft 17-2006
“Die durch die Hölle gingen”

Das Buch erscheint für die Kirchen zur Unzeit. Gerade hat Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen sie als Garanten der abendländischen Wertegemeinschaft vorgestellt und die Bedeutung »evangelischer Jugendarbeit« für die »Wertevermittlung« hervorgehoben, da schreckt schon der Titel des von Peter Wensierski, einem Redakteur des Spiegel , herausgebrachten Buches die Kirchen auf: »Schläge im Namen des Herrn. Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik«. Auf Grund von Berichten zahlreicher Betroffener, die von unabhängigen Zeugen bestätigt wurden, stellt der Verfasser dar, wie die »Jugendarbeit« in den über 3.000 – zu 80 Prozent von den Kirchen geführten – Erziehungsheimen bis in die späten 1970er Jahre gestaltet wurde: durch Schläge, Zwangsarbeit, Folter und Gebet. Mehr als eine halbe Million Kinder und Jugendliche mußten die Torturen christlicher JugenderzieherInnen (Pfarrer und Diakone, Patres und Nonnen) ertragen, die dabei viel von Gottesliebe redeten, aber häufig die Menschenwürde mit Füßen traten....In Irland hat die katholische Kirche, deren Heimterror durch den Film »Die unbarmherzigen Schwestern« 2003 auch bei uns bekannt gemacht wurde, inzwischen 128 Millionen Euro für ihre Opfer bereitstellen müssen – auf Grund öffentlichen Drucks. Ob es nun auch bei uns zu einer solchen Entschädigung kommt, entscheidet sich daran, ob auch hier eine kritische Öffentlichkeit sie immer wieder anmahnt. Von selbst werden die Kirchen kaum irgendwelche Zahlungen leisten. Hartwig Hohnsbein

Deutschlandfunk “Prügel vor der Predigt”, 25. August 2006
Heimkinder im Westdeutschland der 50er und 60er Jahre
Von Daniela Schmidt und Otto Langels

“..wie verhalten sich Kirchen, Diakonie, Caritas, Landeswohlfahrtsverband in dieser Diskussion? Sind sie bereit, sich zu entschuldigen, die Heimkinder für die damals unentgeltlich geleistete Arbeit entschädigen?”

Die volllständige Sendung kann hier als mp3-Datei angehört werden...

HR-Fernsehen, 21. August 2006
Heimkinder

Fünf lange Jahre lebte Monika Rohde im Mädchenheim Fuldatal. Von 1952 bis 1973 wurden hier junge Mädchen und Kinder regelrecht weggeschlossen. Den Grund für ihren Heimaufenthalt kennt sie bis heute nicht. Ihre Mutter war Kriegswitwe und mit fünf Kindern überfordert, schickte deshalb ihre Tochter Monika zu einem Bekannten. Dort sollte sie wohnen, doch er vergewaltigte das 14-jährige Mädchen. Ein Vormundschaftsrichter plädierte daher für eine Heimeinweisung. Dies war zur damaligen Zeit nichts Ungewöhnliches. In den 50-er Jahren kamen nicht nur Waisen in die Erziehungsanstalten, schätzungsweise eine halbe Million Jungen und Mädchen landeten damals auf unterschiedlichen Wegen in einem Heim. Die Jugendämter entschieden willkürlich
Hinweis: Teile des ehemaligen Mädchenheims Fuldatal sind auf Anfrage zu besichtigen. Mitarbeiter der nahe gelegenen NS-Gedenkstätte Breitenau schließen gerne die Räumlichkeiten auf. Kontakt hier...


ORF-Radio, 17. August 2006
“Von Tag zu Tag”

Elke Meister und Peter Wensierski zu Gast in der Sendung mit Anrufen von Hörer und Hörerinnen aus Österreich.
Sendungs-Ausschnitt hier anhören... 
  
Komplette Sendung: hier auf das Symbol klicken (Länge: 40 Minuten)

Kölner Stadt-Anzeiger, 3.August 2006
Die verdrängte Gewalt

Wensierski glückte mit dieser Veröffentlichung, was Alexander Markus Homes, einem Betroffenen, in 25 Jahren als Autor zu eben diesem Thema nie gelungen war: Die Kirche gestand ihre Schuld ein, zumindest ansatzweise. Homes war bei seiner ersten Veröffentlichung im Jahr 1981 mit rechtlichen Schritten gedroht worden. In einem Vergleich vor dem Landgericht Wiesbaden einigte man sich schließlich darauf, dass er den Hinweis anfügte, die dargestellten Zustände seien „verfremdet und literarisch verarbeitet“. „Der Homes wurde offenbar nicht ernst genommen“, sagt der Autor heute selbst, „das konnte man mit dem Spiegel natürlich nicht machen“. Im Gegenteil: Sowohl evangelische als auch katholische Kirchenvertreter äußerten erstmals Betroffenheit. Bischof Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sprach von einer „erschreckenden Unfreiheit“, die damals geherrscht habe. „Es erfüllt uns mit Scham, was dabei zutage tritt. Aber wir dürfen uns davor nicht verschließen; denn wenn dieses Unrecht nicht beim Namen genannt wird, wird die Würde der betroffenen Menschen heute genauso verletzt wie damals.“
In kleinen Fachkreisen sei das Thema auch schon vor Jahren besprochen worden, sagt Marlene Rupprecht, die Kinderbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, „aber das haben nicht viele zur Kenntnis genommen“. Erst jetzt seien auch Kirchenvertreter zum ersten Mal bereit, das vergangene Unrecht zu diskutieren. Auch der Bundestag will sich nun mit dem Thema befassen. Im Herbst solle es vor dem Petitionsausschuss eine öffentliche Anhörung Betroffener geben. Es gehe um rentenrechtliche Fragen (viele Betroffene wurden jahrelang als Arbeitskräfte ausgebeutet), sagt Rupprecht, und darum, ob die ehemaligen Heimkinder ein Anrecht auf Opferentschädigung haben. Es müsse geklärt werden, „wer wofür welche Verantwortung hatte oder hat“. Ob es sich um Einzelfälle oder um eine „geduldete, permanente Verletzung von Menschen- und Persönlichkeitsrechten“ gehandelt habe. Und ob sich Deutschland ein Beispiel an Irland und Kanada nehmen sollte. Dort wurden von Kirche und Staat Fonds zur finanziellen Entschädigung der Opfer eingerichtet.

 

Innere Mission München: Diakonie-Report 35 - 2006
Schwerpunktheft über Heimerziehung u.a. “Gute Zeiten - schlechte Zeiten”
Es handelt sich um sechs Zeitungsseiten, die hier als pdf-Datei angesehen und ausgedruckt werden können.

 

HR 2 Radio: Hiebe statt Liebe - Die vergessenen Qualen kirchlicher Heimkinder 9. Juli 2006
Michael Peter Schiltsky ist heute ein anerkannter Bildhauer. Doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los: immer wieder fährt er zurück in das ehemalige Knabenheim Westuffeln, wo er als Kind gedemütigt und verprügelt wurde. So wie er landeten viele Flüchtlingskinder, Kriegswaisen oder "sozial auffällige" Kinder in den fünfziger und sechziger Jahren in zumeist kirchlichen Heimen. Statt Liebe gab es Hiebe, statt Unterstützung Unterdrückung. Erst jetzt regt sich Widerstand bei den Betroffenen: Sie wollen eine öffentliche Anerkennung des erlittenen Unrechts, eine Entschädigung, zumindest eine Entschuldigung. Doch die Verantwortlichen in staatlichen und auch kirchlichen Stellen tun sich schwer damit, sich der Auseinandersetzung zu stellen. Ein Beitrag von Michael Hollenbach. Manuskript hier....

 

Internetrezension in der “Berliner Literaturkritik”
Kirchlicher Fürsorgeknast – Rohrstockrepublik Deutschland
Ein Buch über Menschenrechtsverletzungen in westdeutschen Heimen
Der Autor verfolgt das recht ambitionierte Ziel, den ehemaligen Heimkindern zu helfen, ihre Menschenwürde zurück zu gewinnen. Aus der Perspektive der Kinder liefert er eine Innenansicht öffentlicher Erziehung in den Fünfziger und Sechziger Jahren, die er in einzelne Kapitel unterteilt. Peter Wensierski bietet für hunderttausende Heimkinder ein Forum, über ihre Misshandlungen, ihre Zwangsarbeit in den Anstalten, die von einem gesellschaftlichen „Kartell“ aus Institutionen und katholischer Kirche geführt wurden, zu berichten.

Sexueller Missbrauch - Das Schweigen der Hirten
Süddeutsche Zeitung, 4.Juli 2006
Vor drei Jahren beschlossen die deutschen Bischöfe Leitlinien zum Umgang mit Übergriffen von Kirchenleuten. Doch viele Opfer von sexuellen Belästigungen bleiben auch heute noch ohne Hilfe. Mehr...

diesseits - Zeitschrift des Humanistischen Verbandes, Heft 75/Juni 2006
Interview mit Peter Wensierski - Schläge im Namen des Herrn
Das Interview als pdf-Datei herunterladen und ausdrucken hier...insgesamt vier Seiten
DER RING -Monatszeitschrift der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, Juni 2006
Heimkinder-Debatte in der Diakonie Freistatt “Die Wahrheit darf niemand in Frage stellen”

“Bethel-Vorstandsmitglied Dr. Rolf Engels ergreift schließlich eindeutig Partei für die ehemaligen Heimkinder: ”Alles, was Sie erzählen, muss uns angehen, die Wahrheit rührt uns an und Ihre Wahrheit darf niemand in Frage stellen. Wir hören mit tiefer Betroffenheit zu und verschließen uns Ihnen nicht”.
Den Bericht von der Veranstaltung als pdf-Datei herunterladen und ausdrucken hier...insgesamt zwei Seiten

SYSTEMAGAZIN, Buchrezension von Tom Levold, Köln, 10. Juni 2006
Ich bin froh, dass sich meine Erfahrungen mit diesem System als fast Neunjähriger nur auf sechs Wochen beschränkten, die nicht einmal eine Erziehungsmaßnahme darstellten, sondern als Erholungskur deklariert waren. Sie gehörten dennoch zu den schlimmsten Wochen meines Lebens. Wir wurden von den Nonnen nicht geprügelt, aber mehr oder weniger zwangsernährt (schließlich bestand der Erfolg der Maßnahme in der Gewichtszunahme), systematisch gekniffen, geschubst, gedemütigt, beschimpft und eingeschüchtert, nachts brutal geweckt, wenn wir auf der falschen Seite schliefen (um schlechte Träume zu vermeiden!), strengen Strafen für Kleinigkeiten unterworfen (stundenlanges Stillsitzen, für 50 Kinder Schuhe putzen usw.). Das Schlimmste aber war, dass meine heimwehgetränkten Briefe an die Eltern zerrissen und neu diktiert wurden, und die Eltern meine Erfahrungen lange Zeit nicht glauben wollten: „Du hast doch immer so schön geschrieben!“

Jungle-World, 21.Juni 2006
Tanzen verboten - Schlagen erlaubt

Die Lebensberichte der Heimkinder sollten eine Warnung sein, den neuerdings lauter werdenden Rufen nach dem »Wegschließen« von auffälligen Jugendlichen nicht nachzugeben. Die Nonnen, Mönche und Erzieher in den Heimen ahndeten »böses Verhalten« mit drakonischen Strafen, in fast allen Heimen gab es so genannte Besinnungsräume. Gerald Hartford hat viele Tage in einem solchen »Besinnungsraum« im Heim in Hövelhof zugebracht. »Bunker«, nennt er diesen Raum. Der Journalist Wensierski unterstützte Gerald Hartford dabei, seinem ehemaligen Peiniger, dem Pater Vincens, nach Jahrzehnten wieder gegenüberzutreten. Durch Zufall hatte der ehemalige Heiminsasse in einem Fernsehbericht den »Pater der Herzen«, den Bundesverdienstkreuzträger Pater Vincens, wiedererkannt. Gemeinsam mit Wensierski besuchte er ihn und bat ihn um Erklärungen. Ja, räumt dieser schließlich ein, man habe schon mal Störenfriede in einen »Besinnungsraum« gesteckt, aber »nur kurz«. Hartford hat andere Erinnerungen. Wochenlang habe er in der Zelle mit Holzpritsche ohne Matratze und nur einem Eimer in der Ecke für die Notdurft zugebracht. Pater Vincens beendet das Gespräch daraufhin schnell. »Das hatte ich nicht zu verantworten«, sagte er kurz und knapp. Das Beispiel ist exemplarisch für die Erfahrungen, die Wensierski bei seinen Recherchen machte.”

Radio Vatikan, 12.Juni 2006
Deutschland: Schläge im Namen des Herrn?

Theo Breul ist Diakon, Mitarbeiter der Caritas Paderborn und zuständig für die kirchlichen Kinderheime in seinem Bistum. Zu den Vorwürfen sagt er: Mit dem Buch und den darin enthaltenden Aussagen hat Peter Wensierski leider recht und das, was er beschreibt, hat es leider auch in katholischen Häusern und Einrichtungen gegeben. Ich selbst habe etwa mit 30 Menschen gesprochen, die von sich sagen, als ehemaliges Heimkind Misshandlungen und Demütigungen ausgesetzt gewesen zu sein. Da fehlte es am Korrektiv und da haben die Menschen versagt.
P. Alfons Minas ist Provinzial der deutschen Salvatorianer. Er war in den 70er Jahren Leiter eines ordenseigenen Kinderheims. Auch in der Einrichtung, die der Salvatorianerpater leitete, war es zu Übergriffen gekommen. Zu den Ursachen der Misshandlungen sagt Pater Minas:
Es kam aber auch dazu dass die Einrichtungen finanziell ganz schlecht ausgestattet waren, von einig Personal anstellen konnten. Und es war so, dass die Gruppen sehr groß waren. Zum Beispiel dreißig oder vierzig Menschen von einer pädagogischen Fachkraft betreut, die war oft überfordert von der Arbeitszeit überlastet, nervlich überlastet und dann passierte es eben, dass ihnen die Nerven durchgingen und dann Dinge passierten, die nicht in Ordnung waren.“

 

Mittelbayerische Zeitung, 6. Juni 2006
Schlagende Nonnen ließen auf Holzscheiten beten

Buch von Spiegel-Redakteur schildert Grausamkeiten in Kinderheimen früherer Tage / Auch Kallmünz betroffen
„Als ich das gelesen habe, dachte ich, das darf doch nicht wahr sein“: Pfarrer Hans-Peter Heindl ist entsetzt über das, was er im Buch von Spiegel-Redakteur Peter Wensierski über Grausamkeiten in Kinderheimen lesen musste. Eines davon steht unter seiner Mitverantwortung, das Heilpädagogische Kinderheim Kallmünz. Pfarrer Heindl war 1970 bereits als Kaplan in Kallmünz. Ins Heim eingebunden war er aber nicht. Von solchen Misshandlungen habe er auch im Religionsunterricht von den Kindern nie etwas gehört, sagt er. Erst Autor Wensierski, der für sein Buch auch in Kallmünz recherchierte, habe konkrete Beispiele genannt, die nicht nur für ihn zunächst kaum zu glauben waren. Stiftungsleiter Alois Frank hat sofort recherchiert und bestätigt, dass Josef Doll und die anderen genannten Zeitzeugen Heinz Aubeck sowie Anton und Ludwig Tengler tatsächlich im Kallmünzer Heim untergebracht waren. Ihre Namen sind im alten Aufnahmebuch verzeichnet, das bis ins Jahr 1941 zurückreicht. Der Stiftungsrat als oberstes Gremium setzt sich jeweils zusammen aus dem örtlichen Pfarrer, dem Bürgermeister, dem Stiftungsleiter, dem Hausgeistlichen und einem Bürger des Ortes. Die Einrichtung ist dem Deutschen Caritasverband angeschlossen
Stiftungsleiter Frank zweifelt den Wahrheitsgehalt der Schilderungen nicht an. Er empfindet aber Unbehagen, weil ihm das Buch zu sehr „auf Missstände ausgelegt“ ist. Es hätte damals im Heim zum Beispiel auch Selbstzahler gegeben, also Kinder aus der Gegend, bei denen die Eltern keine Zeit hatten, sich um ihre Kinder ausreichend zu kümmern.”
mehr...

Hamburger Abendblatt, 3.Juni 2006
Ein Trauma, das man sein Leben lang behält.

Hunderttausende Kinder wurden nach dem Krieg in kirchlichen und staatlichen Heimen mißhandelt. Erst jetzt, viele Jahre später, wird die düstere Geschichte der deutschen Heimkinder aufgearbeitet.
Interview mit Harry Graeber:
Was wir erlebt haben, ist ein Trauma, das man sein Leben lang behält. Das kann auch mit Therapien nicht verschwinden. Es gibt Situationen, da berührt es einen immer wieder. Die Verantwortlichen haben ja zunächst behauptet, Fälle wie die unseren seien Ausnahmen gewesen - aber es war die Regel. Wer da als Erzieher nicht reinpaßte, wer sich ernsthaft mit den Kindern beschäftigte, ging entweder freiwillig, weil er die Brutalität nicht ertragen konnte, oder er wurde weg gemobbt. Auf jeden Fall möchte ich, daß die Verantwortlichen Farbe bekennen und wenigstens sagen: ,Gut, die Zeit war damals so.' Es wurde ja auch außerhalb der Heime geprügelt, sogar in Schulen. Aber man sollte sich wenigstens zu diesen seelischen Grausamkeiten bekennen, selbst wenn man sagt: ,Wir waren überfordert.' Oder das Wort ,Entschuldigung'. Vielleicht könnte man Hilfe anbieten, weil nicht jeder von uns die Kurve gekriegt hat, aber auch Therapiemöglichkeiten oder ein Schmerzensgeld in irgendeiner Form. Wir leiden ein Leben lang. Und zwar alle, mit denen ich gesprochen habe. Als ich zu meiner Therapie ging, habe ich mich anfangs furchtbar geniert. Aber ich habe die Situation bewältigt, weil ich einfach Lebenshunger hatte. Andere haben ihre Situation nie auf die Reihe bekommen.”

Kontext, Schweizer Radio, 30. Mai 2006
(zum Anhören ist die Software real-player auf Ihrem Computer erforderlich - Länge 28 Minuten)

Neue Westfälische 24. Mai 2006
Sven Freytag fehlen buchstäblich die Worte. "Ich bin noch ganz zu von den vielen geschilderten Ereignissen", entschuldigt sich der Geschäftsführer des St. Johannisstiftes in Paderborn. So viele ehemalige Heimkinder waren auf Einladung der Kinder- und Jugendhilfe St. Johannisstift nach Paderborn gekommen. Und sie alle hatten ihre Erlebnisse aus den unterschiedlichsten Heimen in Deutschland mitgebracht und wollten sie endlich, endlich einmal loswerden.”

 

Berliner Literaturkritik, 22.Mai 2006
Die Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik

 Dresdener Neueste Nachrichten und Leipziger Volkszeitung, 19. Mai 2006
Unter der Knute - Bis in die 70er Jahre gab es in Westdeutschland eine halbe Million Heimkinder. Peter Wensierski enthüllt das vielleicht größte Unrecht, das jungen Menschen in der Bundesrepublik angetan wurde.
“Schon vor der Veröffentlichung löste das Buch eine gewaltige Diskussion aus. Kritiker werfen dem Autor vor, dass damals Schläge in der Erziehung als unangebracht galten. Doch zwischen einer Ohrfeige und den folterähnlichen Erziehungsmethoden besteht ein großer Unterschied, der auch nicht mit den damals vorherrschenden Erziehungsprinzipien zu rechtfertigen ist.”

Frankfurter Allgemeine Zeitung, FAZ, 16.Mai 2006
Nichts für Zartbesaitete
- Geschichte der Heiminder in der frühen Bundesrepublik
Das Haus der Orden, die katholische Caritas und die evangelische Diakonie geben zu, daß Schlimmes passiert ist, haben sich teilweise öffentlich entschuldigt und rufen dazu auf, die Vergangenheit aufzuarbeiten und den Opfern zu helfen.

Deister- und Weserzeitung, 13. Mai 2006
“Wenn Du nicht brav bist, kommst Du ins Heim!”
Heimischer Künstler hat viel Leid erfahren
Michael-Peter Schiltsky wird täglich mit den Folgen der Heimzeit konfrontiert....Bei sich selbst...und bei den Menschen, die sich an ihn als Anlaufstelle des Vereins wenden. “Jeden Tag erreichen mich 10, 20 Mails von Betroffenen. Viele haben niemanden etwas erzählt. Das bedeutet gleichzeitig, dass sie allein sind mit ihrer Geschichte.” Eine Geschichte, die lange niemand hören wollte. Schiltsky...will einen Weg finden, dass die Betroffenen als Opfer eines unrühmlichen Kapitels der Heimerziehungs-Geschichte anerkannt werden, er will eine Anhörung im Bundestag mit einer ‘Vorlesestunde’ der Betroffenen zu ihren Heim-er-Lebensgeschichten. Und er will, dass im Bundestag eine Ausstellung über die Lebens- und Leidensgeschichte ehemaliger Jeimkinder ausgerichtet wird. Schließlich will er ein Eingeständnis der Schuld und die Bitte um Vergebung durch die Verantwortlichen oder deren Rechtsnachfolger. Das wäre, so Schiltsky, “ein hilfreicher Akt, den steinigen Weg der Bewältigung des erlittenen Leides gangbarer zu machen.” mehr zu Schiltsky hier...

telepolis, 13.Mai 2006
In den Mühlen der Fürsorge
Die jüngste Vergangenheit in der schwarzen Heimpädagogik

Bayern2Radio
Dienstag, 9. Mai 2006, 10.03 Uhr / in der Sendung “Notizbuch”:
Die schlimmste Zeit meines Lebens - ehemalige Heimkinder erinnern sich

Ihre Kindheit im Heim verschweigen viele Erwachsene aus Scham und weil sie nicht die Kraft haben, sich den Erinnerungen zu stellen. Viele haben in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg schlimme Erfahrungen gemacht. Manche mussten oft stundenlang in der Ecke stehen. Man schlug ihnen den Kopf gegen die Wand und ließ sie Berge von Kartoffeln schälen. Einige Kinder, die in den Jahrzehnten nach dem Krieg in einem der meist kirchlichen Heime leben mussten, waren nicht nur körperlichen Torturen ausgesetzt, sondern auch Psychoterror, den die Erzieher auf sie ausübten und der viele traumatisierte. Denn die verwaisten oder abgeschobenen Buben und Mädchen wurden konsequent erniedrigt und gegängelt.Nur wenige erlebten auch schöne Zeiten im Heim. Ausgelöst durch das Buch "Schläge im Namen des Herrn" von Peter Wensierski wagen sich nun Menschen, sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen. Im Notizbuch erzählen einige von ihnen, was wirklich in den Heimen geschah.”
 

Diepholzer Kreisblatt/Sulinger Kreiszeitung, 6.Mai 2006
Warum habt ihr mich geschlagen?
Lesung in der Moorkirche / Ehemalige Zöglinge besuchen erstmals Fürsorgeeinrichtung

Die Emotionen gingen hoch, und die Betroffenheit war nach all den Jahren noch enorm. Wolfgang Tereick verstand es als Gesprächleiter, jeden Gesprächsteilnehmer zu seinem Recht kommen zu lassen. Am Ende gab es von Karl Kämper eine Entschuldigung im Namen der ehemaligen Kollegen und Vergebung durch die Besucher. Dr. Rolf Engels vom Vorstand der „von-Bodelschwinghschen-Anstalten" versprach, dass die Geschichte der Fürsorgeeinrich­tung im Rahmen eines Forschungsprojektes lückenlos aufgearbeitet wird: „Dann wissen wir vielleicht eine Antwort auf die Frage nach dem Warum."
Weiterer Artikel zur Freistatt-Veranstaltung hier...   und hier.... und hier


Spiegel-Online, 19.4.2006
20 Euro für 15 Jahre Leid

Der Schwenk der Kirchen ist erstaunlich: Noch vor kurzem wimmelten sie Opfer und Kritiker meist ab. Der evangelische Erziehungsverband etwa hatte in einem internen Rundschreiben empfohlen, "in etwaigen öffentlichen Diskursen das Thema möglicher Rentenansprüche aus 'Zwangsarbeit' oder anderer Schadensersatzleistungen" abzuwürgen - möglichst durch Verweis auf erforderliche "juristische Prüfungen". Doch weil sich nun auch die Politik der Sache annimmt, steigt der Druck auf die Kirchen. "Wichtig und notwendig" sei es, so Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), dass sich das Parlament mit dem Thema befasse. Dort sollten die Abgeordneten "Möglichkeiten der moralischen und sozialen Anerkennung des erlittenen Unrechts diskutieren".

Westdeutsche Zeitung - Düsseldorfer Nachrichten, 18.4.2006
Bettnässer erwartet die Hölle
Unangepasste Kleidung, aufmüpfiges Verhalten oder unehelich geboren - nach 1945 landen Kinder schnell im Heim. Ihre Geschichte wurde totgeschwiegen. Der "Spiegel"-Redakteur deckt die bislang totgeschwiegene Geschichte der Heimkinder auf und zeigt die Schattenseite der als "goldene Zeiten" gelobten Gründerjahre. Sein Buch "Schläge im Namen des Herrn" ist eine Abrechnung mit einer Erziehung zu "Zucht und Ordnung".

Der Spiegel, 16/2006
Späte Reue

Österreich: Die Furche, 17.-27.April 2006
Wensierski enthüllt: Unter haarsträubenden Bedingungen wurden verhaltensauffällige Kinder in den 50er und 60er Jahren in Heime gesteckt - zumeist konfessionelle “Besserungsanstalten”, wo die Kinder und Jugendlichen von Erziehern - nicht wenige davon Nonnen, Ordensbrüder, Diakonissen - gequält wurden. Bis heute ein Tabu - auch in katholischen und evangelischen Organisationen, die diese Einrichtungen betrieben. Beklemmend. Erschütternd. Wichtig!

Österreich: “Raketa”-Internetzeitung, 16.4.2006
Deutschland: Späte Diskussion über “Heimkinder”
In Deutschland hat eine Diskussion über Repression und Ausbeutung in kirchlichen Erziehungsheimen begonnen. Es geht um die Zeit von den Nachkriegs- bis zu den beginnenden siebziger Jahren. Peter Wensierski, der zu diesem Thema ein Buch und einen ausführlichen Artikel in der ZEIT schrieb, sieht die größte Verantwortung bei der katholischen Kirche, da etwas mehr als die Hälfte aller Heime in den frühen Jahren der Bundesrepublik "allein in katholischer Hand" war.”

Junge Welt, 10.4.2006
Schwarze Pädagogik
“Das Buch entstand letztlich auf Anregung von Gisela Nurthen, deren Schicksal als »gefallenes Mädchen« in Heimen der »Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul« zu Beginn geschildert wird. In Irland hat sich der Orden der Barmherzigen Schwestern 2004, einige Jahre nachdem der Film »Die unbarmherzigen Schwestern« in den Kinos gelaufen war, offiziell bei seinen Opfern entschuldigt. Der irische Staat entschädigt die ehemaligen Zöglinge mit insgesamt einer Milliarde Euro, die Kirche beteiligt sich mit 128 Millionen. Die Dimension der Verbrechen in der Nachkriegs-BRD ist ähnlich.”

artour - Kulturmagazin des mdr, 6.4.2006
Seit einigen Wochen wird in den deutschen Zeitungen ein Buch mit dem spektakulären Titel "Schläge im Namen des Herrn" diskutiert. Darin deckt der Autor ein bisher unbekanntes Kapitel westdeutscher Nachkriegsgeschichte auf: Die Zustände in kirchlichen Kinderheimen der BRD in den 1950er und 1960er Jahren: "Verlorene Seelen" sollten da im Namen Gottes wieder auf den rechten Weg gebracht werden. Zur gleichen Zeit befand man sich in der DDR "auf dem Weg zum neuen Menschen". Wer als Kind oder Heranwachsender nicht linientreu mitgehen wollte oder konnte, der landete im Kinderheim und war unausweichlich der sozialistischen Heimerziehung ausgeliefert.

Kassel, 5.4
Landeswohlfahrtsverband Hessen entschuldigt sich für das Unrecht an Heimkindern

Text der Entschuldigung lesen...
Webseite des Landeswohlfahrtsverbandes

 

HEIDENHEIMER ZEITUNG , 7.4.2006
Die dunkle Seite der Barmherzigkeit

Zwangsarbeit und drastische Strafen waren weit verbreitet - Kirchliche Träger sind bereit zur Aufarbeitung
Mancher Jugendliche wurde in ein Heim abgeschoben, weil der Vater im Krieg gefallen und die Witwe überlastet, weil die Familie zerrüttet oder die Wohnung zu klein war, oder die Eltern sich im beginnenden Wirtschaftwunder mit Berufstätigkeit und Erziehung überfordert fühlten. Dem Streben nach Wohlstand stand mancher Sprössling im Weg. Das wird in verklärenden Rückblenden auf die 50er und wilden 60er Jahr gern vergessen. Die Zustände in manchen Heimen waren katastrophal. "Die um die Jahrhundertwende ausgeklügelte und vom NS-Regime menschenverachtend fortentwickelte Straf- und Besserungspädagogik" galt oft noch bis in die 70er Jahre, schreibt Peter Wensierski. In seinem Buch "Schläge im Namen des Herrn" hat der Journalist Erinnerungen ehemaliger Heimkinder gesammelt. Das Buch spiegelt die Perspektive der Opfer.”

Frankfurter Rundschau, 6.4.2006
Keine Ausrede - Ein Kommentar zur Entschuldigung des LWV
"Ich möchte in Würde sterben können", hat eine ehemalige Heimbewohnerin gesagt. "Das werde ich nach dieser Entschuldigung tun können." Doch erst einmal soll sie in Würde leben können. Dafür reicht die moralische Unterstützung nicht aus. Der LWV steht in der Pflicht, sich um materielle Hilfe zu bemühen.

Frankfurter Rundschau, 6.4.2006
Entschuldigung bei Heimkindern

Landeswohlfahrtsverband spricht "tiefstes Bedauern" über Gewalt in Erziehungsanstalten der Nachkriegszeit aus
Der Verein ehemaliger Heimkinder begrüßte die Initiative des LWV. "Die Bitte um Entschuldigung hat für die Betroffenen eine große Bedeutung", sagte der Leiter der Anlaufstelle des Vereins, Michael-Peter Schiltsky. Denn jahrzehntelang sei ihnen nicht geglaubt worden, wenn sie von ihren Erlebnissen in den Erziehungsanstalten berichtet hätten. "Das macht einen verrückt." Jetzt sei wichtig, endlich auch ganz konkrete Unterstützung zu organisieren - etwa mit dem unbürokratischen Bewilligen von Therapien. Denn viele der früheren HeimKinder würden noch heute unter dem langen Verdrängen leiden und brauchten dringend psychologische Hilfe.”
 

HR-online, 5.4.2006
Entschuldigung für Gewalt gegen Heimkinder
“Immer wieder wurden Kinder und Jugendliche in Heimen misshandelt und gedemütigt. Der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) entschuldigte sich für die Gewalt, die Kinder in seinen Einrichtungen in den Jahren von 1953 bis 1973 erlitten.”

Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 2.4.2006
Die Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen will öffentlich ihr Bedauern darüber erklären, dass auch in den vom LWV betriebenen Heimen bis in die 70er-Jahre hinein Kinder und Jugendliche misshandelt wurden. Auslöser war das Buch "Schläge im Namen des Herrn" von Peter Wensierski, in dem Betroffene aus ihrer Zeit im Heim von menschenverachtenden Zuständen berichten. Darüber sprachen wir mit Uwe Brückmann, Landesdirektor des LWV Hessen.
“Die Problematik von möglichen Schadensersatzforderungen stellt sich schwierig dar. Das lässt sich nur im Einzelfall rechtlich klären. Es kommen auch immer wieder Nachfragen, wenn es um Rentenansprüche geht. Wir sind da behilflich, aber letztendlich entscheiden die Rentenversicherungsträger darüber, ob sie die gearbeitete Zeit im Nachhinein anerkennen.“

ZDF, 30.3. 2006
Elke Meister, Michael Peter Schiltsky und Peter Wensierski zu Gast bei
Johannes B. Kerner
Die Sendung ansehen...

Deutschlandfunk, 27.3.2006
Buchvorstellung in der Sendung “Politische Literatur”

Die eindrücklichen und beklemmenden Schilderungen in dem gut lesbaren Buch Peter Wensierskis machen auf ein verdrängtes Kapitel bundesdeutscher Nachkriegsgeschichte aufmerksam. Es waren Zehn-, wenn nicht Hunderttausende von Kindern und Jugendlichen, deren Rechte in den 50er und 60er Jahren systematisch missachtet wurden. Hauptverantwortlich waren die Kirchen und ihre Orden.
(Den gesamten Text der Sendung findet man im unteren Teil der Webseite des Deutschlandfunks)

Süddeutsche Zeitung, 27.3.2006
Die schwarze Pädagogik
“Bei einer Einschätzung, was Bücher bewirken, kann man nicht skeptisch genug sein. Diesmal hat schon die Recherche dazu geführt, dass sich nun die ersten Heime ihrer verdrängten Geschichte stellen, nach Akten suchen, ehemaligen Zöglingen den Zugang zu ihrer eigenen Kindheit ermöglichen. Andere Einrichtungen stellen sich stur - aus Angst, dass die heutige Arbeit im schlechten Licht dasteht, und noch mehr aus der Angst vor möglichen Schadensersatzforderungen. Eine ehrliche Aufarbeitung der Geschichte sollte aber zur Pflicht der Heime werden, zur Pflicht der Ordensgemeinschaften und darüber hinaus der christlichen Kirchen. Hilfsangebote für die Opfer der Misshandlungen eingeschlossen.”

Täglicher Anzeiger, 24.3.2006
Wenn Du nicht brav bist, kommst Du ins Heim!
“Gesprochen hat er über das, was ihm in seiner Jugend passierte, lange Zeit nicht. Jetzt aber ist er Sprachrohr und Anlaufstelle des jungen Vereins ehemaliger Heimkinder….Heute versucht Michael-Peter Schiltsky, mit den Heimträgern von damals ins Gespräch zu kommen. Briefe aus Vahlbruch gehen an den Bundestag und den Bundespräsidenten, an die Bundeskanzlerin, die Kirchenleitungen und die Länder. „Wir bitten (…) um eine Erklärung, in der die Ereignisse von damals unmissverständlich als geschehenes Unrecht benannt werden”. Eine unmissverständliche Entschuldigung verlangen die Betroffenen. „Es ist an der Zeit, uns nicht weiter mit unseren Problemen allein zu lassen. Eine große Zahl ehemaliger Heimkinder leidet bis heute unter den Folgen der menschenverachtenden Behandlung, der sie als Kinder und Jugendliche ausgesetzt gewesen waren”, appelliert er an die Oberen in Staat und Kirche.”

SWR2 Forum, 21.3.2006
Demütigung und Angst - Heimerziehung in der Nachkriegszeit

Gesprächsleitung: Eggert Blum
Es diskutieren: Prof. Dr. Sabine Pankofer, Psychologin, Katholische Stiftungsfachhochschule München;
Michael-Peter Schiltsky, Bildhauer, Berater im "Verein ehemaliger Heimkinder";
Peter Wensierski, Journalist und Publizist
Sendung als podcast bzw. mp3 zum Anhören 21,3 MB

Kulturjournal im NDR-Fernsehen. 20.3.2006
Schläge statt Segen - Heimkinder in Deutschland

Vergangenheitsbewältigung in Freistatt : Peter Wensierski hat über die Lebendbedingungen von Kindern und Jugendlichen in den 3000 Kinderheimen in der Nachkriegszeit ein Buch geschrieben. In “Schläge im Namen des Herrn” kommt auch Diakonie Freistatt (Landkreis Diepholz) vor, in der bis Anfang der 70er Jahre Prügel und Gewaltandrohung zum pädagogischen Prinzip gehörte. Diese Geschichte sei eine “Last, mit der wir leben müssen”, sagt Freistatt-Geschaftsführer Wolfgang Tereick heute dazu.
Tereick will mit dieser Geschichte ganz offen umgehen, will sie aufarbeiten und jedem ehemaligen Heimbewohner anbieten, die Akte über ihn auszuhändigen. Tom Fugmann, Kulturjournal-Redakteur beim NDR, hat für seinen Beitrag über das Wensierski-Buch auch in Freistatt gefilmt.”
Weser Kurier - Bremen

Syker Kurier, 18.3.2006
“Eine Last, mit der wir leben müssen”

“Die Härte, mit der Heimleiter und Hausväter die Jugendlichen in Freistatt behandelten, sei kein Phänomen Einzelner, “sondern System”, urteilt Wolfgang Tereick, der heutige Geschäftsführer von Freistatt.”
Gesamten Artikel hier als pdf ansehen....

 

Aachener Nachrichten, 16.3.2006
Ich will, dass sich der Orden entschuldigt
Neun Geschwister hatte Carola Koszinoffski, und alle bis auf einen landeten in dem Eschweiler Heim. Sie hat aus Scham so lange geschwiegen. Heute klagt sie offen an: «Man hat sich nie um uns gekümmert.» Ihre Jugend war lange ein schwarzer Fleck. Sogar gelogen hat sie, um nicht mit der Wahrheit über ihre Familie und ihre Zeit im Heim herausrücken zu müssen. Denkt sie heute an Schwester Theofriedis und die anderen Nonnen, die zugeschlagen haben, spürt sie eine «große Wut. Die haben mein Leben kaputt gemacht. Ich will, dass sich der Orden entschuldigt.”


Grenzland-Nachrichten, 16. 3.
2006

Von Schwestern brutal geschlagen
Nicht so gut sind die Erinnerungen, die Johann Lambert Beckers in einem Kinderdorf machte. Er wurde im Kloster St. Josef in Dalheim-Rödgen geboren, später lebte er dort in einem Kinderdorf. Das leiteten damals (bis 1970) die Dominikanerinnen von Bethanien, die heute unter anderem das Waldnieler Kinderdorf tragen. Beckers erhebt gegenüber den Schwestern schwere Vorwürfe.”

SWR- Fernsehen, 17.3.2006 in der Sendung “Nachtcafé”:
Glaube zwischen Lebenshilfe und Wahn

Deutschlandradio Kultur, 14.3.2006
Radiofeuilleton Buchkritik
Peter Wensierskis wichtiges Buch ist eine erste, wenn auch späte Hilfe für die Betroffenen. Endlich wird ihnen bestätigt, dass sie nicht selbst Schuld hatten, sondern dass ihnen schlimmstes Unrecht angetan wurde. Für alle anderen frischt das Buch die Erinnerung an Zeiten auf, in denen Staat und Kirchen weitgehend übereinstimmten in ihrem Bestreben, Kinder zu entrechten und zu beugen - nicht nur Heimkinder.”

 


Evangelischer Kirchenbote- Sonntagsblatt für die Pfalz,11./12.3.
2006
Kirchliche Kinderheime und ihre Methoden in den 1950er und 1960er Jahren stehen am Pranger”
“Es ist ein düsteres Kapitel aus der seinerzeit noch jungen Bundesrepublik Deutschland: Die Zustände in Kinder- und Jugendheimen waren oft verheerend. Und auch kirchliche Einrichtungen ließen mitunter alles andere als Barmherzigkeit walten, wie ein neues Buch zeigt. In seinem jetzt erschienenen Buch „Schläge im Namen des Herrn“ analysiert Wensierski die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in rund 3000 staatlichen sowie evangelischen und katholischen Heimen der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit. Die Vorwürfe haben die kirchlichen Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas aufgeschreckt. Mit unterschiedlichen Initiativen stellen sich einzelne Einrichtungen dem historisch dunklen Kapitel. „Es war extrem, was damals passiert ist“, räumt der Geschäftsführer der Diakonie Freistatt, Wolfgang Tereick, ein.”

 
TAZ tageszeitung, 11./12.3.2006
“Wie die Zucht so die Frucht”
“Dietmar Krone hat nicht mehr lange zu leben: Krebs. Einmal die Woche geht er sich seine Ration Morphium abholen. Unter den Augen hat er dunkle Schatten. Er möchte erzählen, endlich, solange er noch kann: von der schlimmsten Zeit seines Lebens, als er geschlagen wurde und bespuckt, eingesperrt und zur Zwangsarbeit gezwungen. Von der Zeit, die ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist. Eigentlich: vom Beginn seines Sterbens. Seit vor wenigen Wochen Peter Wensierskis Buch "Schläge im Namen des Herrn" erschien, in dem der Journalist Bericht ablegt über die unfassbaren Zustände in den Kinderheimen der frühen Bundesrepublik, gleich ob konfessionell oder staatlich, wird endlich thematisiert, was bisher einfach verdrängt wurde: die Menschenrechtsverletzungen in der frühen Bundesrepublik. Wensierskis Buch ist eine Sammlung des Grauens, der Erinnerungen von unzähligen Heimkindern, die an Leib und Seele regelrecht gefoltert worden waren von Erziehern, die ganz selbstverständlich in dem Glauben lebten, mit unerbittlicher Härte das Richtige für ihre Schutzbefohlenen zu tun. Alles im Namen einer schwarzen Straf- und Besserungspädagogik, generiert im 19. Jahrhundert und "verfeinert" durch die Nationalsozialisten. Dietmar Krone kennt das Buch noch nicht, aber er hat seine Erinnerungen selbst mühsam zu Papier gebracht. Sie werden bei Books on Demand erscheinen, er hat dafür bezahlt, 1.000 Euro. Aber dank Wensierski kommt nun endlich jemand von der Zeitung, um auch ihm zuzuhören.”

Sächsische Zeitung, 11.3.2006
Leipziger Buchmesse: Schlimme Kindheit im Heim
Wenn du nicht brav bist, kommst du ins Heim!" Eine Drohung, die für mehr als eine halbe Million Kinder und Jugendliche in der frühen Bundesrepublik bis in die siebziger Jahre hinein zur bitteren Realität wurde. Abseits der Wirtschaftswunder-Gesellschaft verbrachten die Heimzöglinge unter teilweise grausamen Umständen ihre Kindheit in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen. In den zahlreichen Opferberichten dieses Buches von Spiegel-Reporter Peter Wensierski wird ein schlimmes Kapitel bundesdeutscher Geschichte aufgearbeitet

WDR-Fernsehen “west.art”, 9.3.2006
Link zur Webseite...

Radio Vatikan ,7.3.2006
Deutschland: Ex-Heimkinder stellen Forderungen an Bischöfe
 

Offener Brief an die Deutsche Bischofskonferenz, 6.3.2006
Appell des Vereins ehemaliger Heimkinder e. V. an die Deutsche Bischofskonferenz

HNA - Hessisch/Niedersächsische Allgemeine Zeitung, 8.März 2006
“Da muss ich immer weinen” - Betroffene erzählen bei der Vorstellung des Buches über Heimkinder

“Immer wieder wird deutlich, dass den Betroffenen ein Wort des Eingeständnisses ihrer früheren Peiniger wichtig wäre.Monika Rode war als Mädchen im Erziehungsheim in Guxhagen. Sie sagt, seit der öffentlichen Erklärung des LWV, sich bei den Heimkindern zu entschuldigen, fühle sie sich besser.”

 

HR-Fernsehen Hauptsache Kultur, 7.3.2006
Ein Buch deckt auf, wie Kinder in deutschen Heimen misshandelt wurden

“Sie erteilen Schläge statt Segen: Die „Unbarmherzigen Schwestern“. Vor drei Jahren kam ein Film in die Kinos, der von Drill und Misshandlung in einem katholischen Mädchenheim erzählt. Er spielt im Irland der 60er Jahre.
Eine Tragödie vom äußersten Rande Europas? Ganz weit weg? Nein. Für einige war es ein quälender Blick – in die eigene Kindheit. In Deutschland.”
 

Frankfurter Rundschau, 7.3.2006
“Gehorchen sollt ihr!” - “Haferschleim und Kellerhaft”
“Wir wollen nichts beschönigen”
Fälle, wie sie der Spiegel-Autor Peter Wensierski beschreibt, gab es auch bei der Diakonie, bestätigt deren Präsident.

Unsere Kirche Evangelische Wochenzeitung für Westfalen und Lippe, 10/2006
“Jugendliche zur Arbeit geprügelt”
Der Leiter der Diakonie Freistatt, Wolfgang Tereick, nimmt Stellung zu Vorwürfen.

Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur KNA, 6.3.2006 

Landeswohlfahrtsverband will sich für das Unrecht an Heimkindern entschuldigen, 2.3. 2006 
Mehr....

Hamburger Morgenpost, 1.3.2006
Der Kinderheim-Skandal: Immer mehr Misshandelte brechen jetzt ihr Schweigen
“Brutale Schläge mit dem Feuerhaken - Zeugen berichten von unfassbaren Quälereien”
Horst Gehrke berichtet über das “Haus zur Sonne” in Zeven, in dem 1954 ein Kind, Hans-Peter Helmannscheck von einem Erzieher zu Tode geprügelt wurde. Barthold Olbers erinnert sich an seine Zeit im “Landhaus Freude” in Hausbruch.

 

HNA- Hessisch/Niedersächsische Allgemeine Zeitung, 1.3.2006
Gummizelle statt Liebe - Peter Kahle verbrachte die ersten 20 Jahre seines Lebens im Heim

DIE WELT, 27.2.2006
“Unbarmherzige Schwestern”
Bis in die siebziger Jahre wurden in bundesdeutschen Heimen Kinder mißhandelt und ausgebeutet. Viele Opfer schweigen bis heute aus Scham
“Wie konnte es angehen, daß solche Quälereien in vielen Heimen eher Regel als Ausnahme waren - und das unter Aufsicht von Jugendämtern und kirchlichen Trägern?”


Münchner Merkur, 22.2.2006
“Am Anfang war das Leid” - Die verdrängte Geschichte der Heimkinder im Wirtschaftswunderland
“Die Schatten der Vergangenheit. Jetzt, da er erzählt, kommen sie zurück und legen sich auch über Carl-Wolfgang Holzapfels Gesicht. Oft richtet sich sein Blick zu Boden, als erwarte er neue Strafen. Aus den verletzten Kindern von damals sind Erwachsene geworden. Sie sind heute zwischen 45 und 65 Jahre alt. Viele leiden noch immer unter dem Erlebten. Vergessen können die Heimkinder der Wirtschaftswunder-Ära nicht. Holzapfel: ‘Es wird mich beschäftigen. Bis zum Ende.’ Schläge im Namen des Herrn ist die erste umfassende Darstellung der verdrängten Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik.”

BZ - Berlin, 22.2.2006
“Berliner Nonnen stahlen mir meine Kindheit”
Sie wurden in Zellen gesperrt, bekamen nicht genug zu essen. Eine Rentnerin erinnert sich an ihrer Qualen in einem katholischen Heim in Tegel
Hannelore Grünberg: “Die Atmosphäre war beängstigend - eine Erziehung ohne Liebe und ohne Freiheit”. Manche hielten das nicht aus. Während der fünf Jahre, die Hannelore im Heim war, sprang ein Mädchen aus dem Fenster, ein anderes das Treppenhaus hinunter.

Der “tip”, 05/06
“In den Klauen der Kirche” - Misshandlung und Ausbeutung

Nach dem Krieg waren 80 Prozent der Heime in Westdeutschland in konfessioneller Hand, den Staat kümmerte es nicht, was dort geschah. Die Kirchen und der Staat werden mit dieser Geschichte schwarzer Pädagogik Probleme bekommen. Hier ist jetzt ein Buch erschienen, um das die Verantwortlichen nicht herum kommen.”

Spiegel-online-Chat mit Regina Eppert und Michael Peter Schiltsky, 21.2.2006
Chat-Protokoll hier...

WAZ, 18.2.2006
“Unterm Kreuz” - Sie wurden eingesperrt, geschlagen, ja sogar sexuell missbraucht. Erst jetzt trauen sich die Heimkinder der 50er und 60er Jahre, über ihre Zeit als ‘schwer Erziehbare’ zu sprechen.”
Sie seien ‘Abschaum’, sie taugten zu nichts, das hatten sich Regina Page und Elke Meister täglich anhören müssen. Doch die Zeit der falschem Scham ist vorbei. Seit sie den ‘Verein ehemaliger Heimkinder’ gegründet haben , melden sich bei beiden Frauen immer häufiger Menschen, die ihre Geschichte erzählen, bekannt machen wollen.”

 Artikel ansehen: Teil 1 und Teil 2

 

Evangelischer Pressedienst EPD-Sozial, 17.2.2006
“Das kann nicht gerechtfertigt werden” - Interview mit Diakonie-Direktor
Hans-Wilhelm Fricke-Hein über begangenes Unrecht in Kinderheimen:
“Menschenrechte – dazu gehören auch die Rechte der Kinder – sind nach unserer Überzeugung universell gültig. In Artikel 5 der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen lesen wir zum Beispiel: »Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.« Gemessen daran und unter Voraussetzung korrekter Recherchen des Autors sind die Menschenrechte in – wahrscheinlich nicht nur konfessionellen – Kinderheimen verletzt worden.”

WAZ, 16.2.2006
“Verschlossene Gesellschaft”
Ehemalige Heimkinder erzählen: Neukirchener Erziehungsverein will die eigene Geschichte aufarbeiten
“Tatsachenberichte aus einem dunklen Kapitel kirchlicher Vergangenheit, das derzeit durch ein ‘Spiegel’-Buch wieder öffentliche Wellen schlägt und Fragen nach Schuld und Verantwortung stellt. Es gebe nichts zu beschönigen, so der Direktor des Neukirchener Erziehungsvereins, Pfarrer Han-Wilhelm Fricke-Hein. “
Teil 1
                                         
 

Artikel ansehen: Teil 1 und Teil 2

Teil 2

 

Weltwoche, Schweiz 16.2.2006
Unter der Knechtschaft Jesu Christi
“Erstmals arbeitet ein Buch all das auf, was kirchliche Kinderheime im Nachkriegs-
deutschland als Erziehung deuteten. Nach der Lektüre segnet man jede antiautoritäre
Revolte ab.”


Stellungnahme der Evangelischen Kirche im Rheinland 14.2.2006
Diakonie bedauert Geschehnisse zutiefst
„Der Tatbestand, dass auch in Heimen der Inneren Mission / Diakonie in den 50er bis 70er Jahren Kinder und Jugendliche unmenschlich behandelt und auch an Leib und Seele gequält wurden, lässt sich auf Grund neuerer Veröffentlichungen nicht leugnen.“ Das Diakonische Werk im Rheinland bedauere zutiefst, „was damals in Einrichtungen von Innerer Mission / Diakonie geschehen ist - auch im Bereich unseres Werkes“. Das Diakonische Werk im Rheinland regt daher an, die Geschichte der Anwendung von Gewalt auch in der diakonischen Heimerziehung sorgfältig aufzuarbeiten – „um der Opfer von damals Willen, die noch heute unter den Folgen der ,Schläge im Namen des Herrn’ leiden“.


The Independent, London, 14.2.2006

“A shameful chapter of Germany’s post-war past....”

Kölnische Rundschau, 14.2.2006
- “Bei Wasser und Brot in die ‘Klabause
Interview mit Theo Breul, Caritas Paderborn

Kölner Express, 14.2.2006
Heimkinder aus Köln-Bonn-Düsseldorf melden sich zu Wort

CARITAS-Präsident Peter Neher im Spiegel-Interview: “Es tut mir leid!”
Ich kann das Empfinden von Unrecht verstehen und wünsche mir, dass die Auseinandersetzung darüber in einem breiten Rahmen geschieht.”

RTL-Fernsehen - “Guten Abend RTL”, 12.2.2006
Filmbericht über Carola Koszinoffski, ehemals im Kinderheim Eschweiler bei Aachen

 

HR-Fernsehen Hessen Journal, 13.2.2006
Filmbericht über die hessischen Heime Guxhagen und Kalmenhof/Idstein, mit Monika Rohde und Heinz Peter Junge, Interview mit dem Buchautor

SPIEGEL-ONLINE (mit Fotostrecke)
“Wie geprügelte Hunde”
Sie wurden geschlagen, erniedrigt und eingesperrt. Unter oft unvorstellbaren Bedingungen wuchsen in den fünfziger und sechziger Jahre Hunderttausende Kinder und Jugendliche in kirchlichen Heimen auf. "Wir waren Zwangsarbeiter", sagen sie heute.”


HNA - Hessisch/Niedersächsische Allgemeine Zeitung, 12.Februar 2006
Unerwünscht und eingesperrt - Breitenau - von der Correctionsanstalt zum Mädchenerziehungsheim
„Ein neues Buch mit einem Kapitel, das in Guxhagen spielt, erscheint am Montag: Darin berichten ehemalige Heimkinder über die Erziehungsmethoden, unter denen sie zu leiden hatten.“

Internet-Rezensionen
Sekteninfo Bayern
carpe librum
amazon

HNA - Hessisch/Niedersächsische Allgemeine Zeitung, 11.Februar 2006
Keiner hat hingesehen - Gequält, gedemütigt und eingesperrt: Neues Buch über Heimerziehung in Deutschland”

Sie waren Störenfriede, unerwünscht, passten nicht in die Norm. Es genügte, laut Rock ’n’ Roll zu hören oder unehelich geboren zu sein. Die Jugendämter fingen sie ein und brachten sie unter Verschluss. Sie haben 30 Jahre und länger geschwiegen. Verdrängen und Verheimlichen prägten ihr Leben. Doch jetzt fordern immer mehr eine Aufarbeitung: Die Fürsorgezöglinge der 50er-, 60er- und 70er-Jahre klagen an.”

Kölner EXPRESS, 10.Februar 2006
“Ich musste mein eigenes Grab schaufeln”
“Ihr Schicksal ist bis heute kaum bekannt. Bis weit in die siebziger Jahre sollen in rund 3000 meist christlichen Heimen mehr als eine halbe Million Kinder brutal misshandelt worden sein. Nach über 30 Jahren brechen die Opfer jetzt in einem Buch ihr Schweigen.”


In der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung für das Erzbistum Paderborn
ist das “Thema der Woche”:
“Gedroht, Geschlagen, Erzogen? - Kirchliche Heime kommen in die Schlagzeilen.”

Im Leitartikel des Chefredakteurs Christian Schlichter heisst es über das Buch, es „schlägt damit ein unrühmliches Kapitel fast ausschliesslich kirchlicher Heime auf, in denen in den 50er und 60er Jahren mit Härte und Schlägen erzogen worden ist. Ein Kapitel fast einer halben Million Menschen, die betroffen sind und nun auf Antworten warten.

Neue Westfälische Zeitung 9. Februar 2006
Warburg-Scherfede: “Mit Schlägen das Leben von Kindern zerstört.”
Der heutige Heimleiter Matthias Kochs: “In dieser Zeit wurden Kinder hier und in anderen deutschen Heimen kaputt gemacht.”

In der Wochenzeitung DIE ZEIT, 9.Februar 2006: Vorabdruck zum Buch als Zeit-Dossier
“Das Leid der frühen Jahre - Hunderttausende von Kindern wurden in Heimen
der jungen Bundesrepublik misshandelt. Die größte Verantwortung trifft die Kirche.”
Weiterer Link auf einer anderen Webseite...

ZDF-Sendung “Frontal 21”
am Dienstag, den 7. Februar 2006 um 21 Uhr
Den Beitrag im Internet ansehen hier...
mehr...

Berlin: Bundespräsident ehrt Schülerin, die Heimkinder-Schicksale aufgearbeitet hat

Spuren, die ins Heim führen
“Manchmal klagt die Tochter über ihren Geschichtsunterricht. Dann erfährt man, wie wenig Schüler heute oft über Zusammenhänge wissen, wie fremd und fern historische Blöcke dastehen, als wären sich nicht auch gelebtes Leben, vergangene Hoffnungen, Tränen, Leiden, Freuden, kurz, der Boden, auf dem wir stehen: "die Römer", "die Germanen", "das Mittelalter", "die NS-Zeit, "die DDR". Trockene, uninteressante Lehrformen, die Angst davor, Zusammenhänge zu zeigen (man will den Schülern keine falschen Schlüsse aufdrängen, also zieht man gar keine) - all das führt dazu, dass Geschichte als etwas erscheint, das einen selbst überhaupt nichts angeht.
Doch es gibt auch ganz andere Wege. In dieser Woche ehrte der Berliner Senat zum Beispiel die Landessieger im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Diesen Wettbewerb gibt es seit 1973. Mehr als 110 000 Schüler haben sich schon daran beteiligt, und er beschäftigte sich mit den unterschiedlichsten Themen: der Arbeitswelt, der Technik, Mensch und Tier, dem Alltag im Nationalsozialismus, mit Denkmälern, Aus- und Einwanderern. In diesem Jahr nun ging es um "Jung und Alt in der Geschichte". Bundesweit nahmen 5 000 Schüler daran teil. Viele von ihnen waren eher zufällig auf Themen gestoßen, die ihnen plötzlich historische Welten in ihrer nächsten Umgebung öffneten.
Christina Dornbusch zum Beispiel hatte Artikel über über ehemalige Heimkinder gelesen, die in den 50er- und 60er-Jahren Misshandlungen in kirchlichen und staatlichen Anstalten erleiden mussten und vor dem Petitionsausschuss des Bundestages darüber aussagten. Die Schülerin der 12. Klasse der Romain-Rolland-Oberschule erinnerte sich, dass es ja ganz in ihrer Nähe auch ein Kinderheim gab: das Elisabethstift in Hermsdorf. "Mir ist aufgefallen, wie wenig ich eigentlich über die Erziehung im Kinderheim weiß", sagt sie. Sie meldete sich dort, interviewte ehemalige Heimkinder und Erzieher, lernte viel über die Wandlung der Erziehungsauffassungen - auch wenn es Gott sei Dank in "ihrem" Heim keine so schlimmen Auswüchse gegeben hatte. Sie erfuhr, wie sich Verhältnisse verändern, wie Menschen lernen, wie sich die Rolle der Familie wandelt. Hatte sie Anfangs noch Hemmungen, Interviews zu führen, sich ans Schreiben zu machen, so wurde sie nach und nach sicherer. "Ich lernte, wie man sich Informationen selbst sucht", sagt sie. Oder dass sich so eine Arbeit "wie ein Kartenhaus" aufbaut......”  (aus: Berliner Zeitung, 30.06.2007) von Torsten Harmsen

[Start] [Aktuelles] [Buch] [Termine] [Geschichte] [Links] [Kontakt] [Impressum] [PETITION]